Nikotinentzug beim Rauchen aufhören

Vor allem langjährige Raucher haben heftig Angst vor dem Nikotinentzug, auch wenn die wenigsten das wirklich zugeben. Sie lechzen bereits nach recht kurzer Zeit ihrer nächsten Zigarette hinterher. Einige haben schon mehrmals versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, sind aber immer wieder kläglich gescheitert.

Der Nikotinentzug entsteht physisch und psychisch. Die physische Abhängigkeit kann in nicht ganz einer Woche überwunden sein. Der physische Entzug begegnet man am Besten mit Veränderung.

Was viele nicht wissen: das Nikotin im Tabak ist es, der in Wirklichkeit süchtig macht und teils schwere Folgen für Deine Gesundheit haben kann. Ich selbst war lange Jahre starker Raucher und suchte verzweifelt meinen Weg, mit dem Rauchen aufhören zu können.

Wie lange dauert der Nikotinentzug?

Wie lange Du für Deinen Nikotinentzug brauchst hängt ganz stark von der Konsummenge und Deiner körperlichen Verfassung ab. Ich selbst habe 2010 den letzten endgültigen Rauchstopp in 4 Tagen geschafft.

Aus unserer langjährigen Erfahrung der Nichtraucher Academy können wir sagen, dass die ersten 3-4 Tage intensivere Symptome mit sich bringen können. Es kann sein aber es muss nicht so kommen.

Jeder Mensch reagiert anders auf den körperlichen Entzug und hat auch seine eigenen Themen. Daher gilt auch hier keine pauschale Aussage zu treffen sondern einen groben zeitlichen Rahmen, mit dem Du rechnen kannst.

Nikotinentzug und die körperliche Abhängigkeit

Der Zeitraum der körperlichen Abhängigkeit ist bei unseren Teilnehmern recht unterschiedlich gewesen. Manche Teilnehmer haben bereits nach einem Tag keinerlei Rauchverlangen mehr gehabt.

Andere wiederum hatten auch noch nach einer Woche schweißnasse Hände, wenn sie an eine Zigarette dachten. Hier handelt es sich jedoch meist um zusätzliche Angstthemen, denn unsere Gedanken spielen hier eine unfassbar große Bedeutung.

Nach und nach lässt jedoch das Rauchverlangen nach, weil auch das Nikotin aus dem Körper abgebaut wird. Daher fanden wir sehr schnell heraus, dass diese körperlichen Auswirkungen nicht mehr in direkten Bezug zum Nikotinentzug standen.

Nikotinentzug und die psychische Abhängigkeit

Ganz anders sieht es bei der psychischen Abhängigkeit aus. Denn hier gilt es, Gewohnheiten zu brechen, alte Verhaltensmuster aufzulösen und durch neue, bessere Gewohnheiten zu ersetzen.

Jahrelange Rituale sind zum Automatismus beim Rauchen geworden. Hier ist der erste Weg, sich dieser Gewohnheitsschleifen einmal bewusst zu werden. Einen sogenannten Raucherkalender zu führen ist für Dich erst einmal sinnvoll, weil Dir Dein Rauchverhalten ganz genau klar und bewusst werden muss.

Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können!”

Die Kunst des Krieges | Sunzi – chinesischer Philosoph und Stratege etwa 500 v. Chr.

Erst wenn Du weißt, wo Du aus Gewohnheit zur Zigarette greifst und unbewusste Abläufe hast, kannst Du diese Gewohnheitsabläufe analysieren. Dann gilt es, andere Abläufe zu kreieren, die auch Dein Gehirn zum Umdenken bringen.

Dies klingt erst einmal komplizierter, als es in Wirklichkeit ist. Ich habe beispielsweise morgens einfach die erste Zeit keinen Kaffee getrunken, um die Kombination mit Morgenkaffee und Zigarette zu unterbrechen.

Nikotin das tödliche Nervengift

Was hilft gegen Nikotinentzug?

Um Deine Entzugserscheinungen auch mental für Dich lindern zu können ist es aus unserer Erfahrung her wichtig, dass Du Dir Klarheit in Deinen Kopf bringst. Sortiere Deine eigenen Wünsche und vor allem, warum Du wirklich mit dem Rauchen aufhören möchtest.

Für ein paar Denkansätze haben wir von der Nichtraucher Academy ein paar Ergebnisse aus unseren Recherchen zusammengetragen und hier auf diesem Blog veröffentlicht. Vielleicht findest Du ein paar passende Ansätze, die Dich zum Umdenken bringen, weil Du verstehst, was wirklich wichtig für Dich ist.

Wie aufhören zu rauchen und richtig viel Geld sparen?

Der Nikotinentzug kann sich unterschiedlich auswirken, jedoch in den meisten Fällen richtig Asche bringen. Ich habe mich mit sehr vielen Rauchern unterhalten. Hierbei war ich sehr erstaunt, dass viele auch finanzielle Engpässe hatten, jedoch für Zigaretten immer Geld aufzutreiben war.

In dieser Personengruppe war die Ersparnis der große Antrieb, die eigene Nikotinsucht endlich anzugehen. Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du auch Monat für Monat mit zu wenig Geld Rechne einfach einmal aus, was Du allein im ersten rauchfreien Monat sparst.

Diese Summe rechnest Du dann in 3 Monaten, 6 und 12 Monate hoch. Welcher Betrag kommt dann nach Deinem Rauchstopp zusammen? Ist dieser Betrag nicht Grund genug, um mit dem Rauchen aufzuhören, dranzubleiben und den Nikotinentzug anzugehen?

Rechenbeispiel

Ich habe alle zwei Tage eine neue Schachtel Zigaretten gekauft. Bei mir war der Preis einer Schachtel noch 5 Euro. Das sind 17,50 Euro jede Woche an Ausgaben gewesen. Rechne ich diese Summe nun für einen Momat hoch, komme ich auf 70 Euro im Monat.

Ich weiß aber ganz genau, dass es bei weitem mehr war. Denn sind wir am Wochenende mit Freunden unterwegs gewesen, war die Schachtel schneller leer. Vor allem, wenn wir viel Alkohol getrunken haben, wurde extrem viel Zigaretten geraucht.

Im Schnitt war ich dann so bei 100-150 Euro im Monat.

Ebenso rauchte mein damaliger Mann wesentlich mehr. Jeden Tag waren 1-2 Schachteln leer und er kaufte sich meist gleich 1-2 Stangen auf Vorrat. Dieses ist übrigens einer der größten Fehler, die Du als angehender Nichtraucher machen kannst – und deshalb vermeiden solltest.

Nun kannst Du Dir selber ausrechnen, wie viel wir zu Zweit allein für die Nikotinsucht aus dem Fenster verqualmt hatten: 400-500 Euro jeden Monat! Kein Wunder konnten wir in 15 Jahren nie gemeinsam in den Urlaub fahren…

Nikotinentzug Symptone

Bereits wenige Stunden nach dem letzten Zug einer Zigarette tritt der Nikotinentzug ein. Das Verlangen nach der nächsten Kippe wächst mit steigender Unruhe. Darüber hinaus fällt es immer schwerer, an einer Sache zu bleiben durch auftretende Konzentrationsschwäche.

Das liegt daran, dass der Körper vom Nikotin abhängig wurde. Mit anderen Worten äußert sich eine Nikotinsucht ähnlich wie bei einer Drogen- oder Alkoholsucht. Hierbei verlangt der Körper nach dem süchtig machenden Botenstoff und kann ein launisches Verhalten auslösen.

Kopfschmerzen

Das Nikotin gelangt in den Blutkreislauf und danach in die Leber. Hier wird das Nikotin verstoffwechselt, also in Cotinin umgewandelt. Zudem können vermehrt Kopfschmerzen auftreten. Nikotin selber ist bereits nach 30 Minuten nicht mehr im Körper nachweisbar.

Schlafstörung

Gibt man seinem Verlangen nun nicht mehr nach, treten weitere und stärkere Symptome auf. Da sich der Körper mit der Zeit an das Nikotin gewöhnt hat, verlangt er Nachschub des Nervengiftes. Des weiteren leiden viele frische Nichtraucher unter Schlafstörungen.

Fressattacken

Das hierbei oft auftretende Hungergefühl verstärkt sich oftmals und veranlasst viele beim Rauchen aufhören, übermäßig zu essen. Hier empfehlen wir, viel mehr stilles Wasser zu trinken, weil der Körper nun mehr entgiftet. Auch ist das auftretende Hungergefühl oftmals einfach nur Durst.

Ignoriert ein Raucher die körperlichen Anzeichen weiterhin, so treten manchmal die Nebenwirkungen durch den Nikotinentzug erst einmal heftiger auf, bevor sie für immer verschwinden. Daher ist der beste Weg, diese Zeit auszusitzen und sich und seinem Körper gutes zu tun.

Wie wirkt sich Nikotinentzug aus?

Der Nikotinentzug findet direkt im Gehirn statt. Über Rezeptoren regt das Nikotin die Produktion Dopamin an. Dopamin befindet sich im Zentralnervensystem (Mittelhirn). 

Inhaliert man nun den Rauch einer Zigarette oder eines Verdampfers mit Nikotin, gelangt innerhalb weniger Sekunden das Nikotin in unser Gehirn und setzt die Dopamin-Produktion in Gang.

Laut Wikipedia ist Dopamin ein Neurotransmitter, der die Durchblutung innerer Organe anregt und Einfluss auf unsere Erwartungen haben kann. So ist es nicht verwunderlich, dass wir eine gewisse Vorfreude verspüren, wenn die Flamme des Feuerzeuges entfacht und wir uns eine Zigarette anzünden.

Das Nervengift Cotinin bleibt nach deinem Rauchstopp etwa 3 bis zu 5 Tage in den Haaren nachweisbar. Dies kann durch einen Test noch genauer festgestellt werden.

Nebenwirkungen beim Nikotinentzug können sein:

  • Gesteigerter Appetit bis hin zu Fress-Attacken
  • Kopfschmerzen
  • Erhöhte Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Schlaflosigkeit
  • Innere Unruhe
  • Starkes Schwitzen
  • Schüttelfrost
  • Leichtes Fieber

Aufhören zu rauchen

Die Angst vor den viel gefürchteten Entzugserscheinungen beim Nikotinentzug hält vieler Raucher davon ab, mit dem Rauchen aufzuhören.

Schon der Gedanke an die Erzählungen von schlaflosen Nächten, Fressanfällen oder auch extreme Reizbarkeit lässt sie regelrecht zurückschrecken.

Vielmehr wehren sich die meisten Raucher gegen den Rauchstopp, weil sie fürchten, mit den heftigsten Entzugserscheinungen konfrontiert zu werden. Wer will sich schon freiwillig schlaflosen Nächten oder Streit mit dem Kollegen zumuten.

Rückschläge beim Nikotinentzug

Tatsächlich gibt es viele Berichte von ehemaligen Rauchern, die verschiedenste Wege der Raucherentwöhnung gegangen sind. Viele Raucher berichten von Fehlschlägen und dem niederschmetternden Rückfall in die Sucht.

Sie schaffen es einfach nicht von der Sucht nach der Zigarette loszukommen und geben dann einfach auf. Einige erzählen, dass sie „einfach so“ aufgehört haben und schon einige Zeit rauchfrei sind.

Dies ist jedoch in den wenigsten Fällen von Dauer gekrönt. Laut einer Studie sind 94% dieser Ex-Raucher sogar noch nach 7 Jahren wieder rückfällig geworden. 

Dabei wird mit wenigen Zigaretten angefangen du nach und nach wieder mehr geraucht, weil das Unterbewusstsein nach wie vor Raucher geblieben ist.

Nikotinentzug, Rauchverbot
Nikotinentzug durch Rauchverbot

Die Rauchen aufhören Phasen beim Nikotinentzug

Durch Messungen und unterschiedliche Untersuchungen kann man grundlegend die Nikotinentzug Phasen Dauer einteilen. Was passiert etwa wann? Nach:

  • 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf normale Werte. Die Körpertemperatur in den Händen und Füßen steigt auf die normale Höhe.
  • 8 STUNDEN sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut und der Sauerstoffspiegel steigt auf normale Höhe.
  • 24 STUNDEN sinkt das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, leicht.
  • 48 STUNDEN regenerieren sich Geruchs- und Geschmacksorgane und man kannst wieder besser riechen und schmecken.
  • 3-4 Monaten verbessert sich die Fruchtbarkeit bei Männern um ca. 50%.  Bei Frauen erholen sich die Eierstöcke.
  • 1-9 MONATEN gehen Hustenanfälle und Kurzatmigkeit zurück. Die Lunge wird allmählich gereinigt, indem Schleim abgebaut wird.
  • 5 JAHREN sinkt das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um die Hälfte.
  • 15 JAHREN ist das Herzinfarktrisiko nicht höher als das eines Nichtrauchers.

Quelle: https://cancer.org/healthy/stay-away-from-tobacco/benefits-of-quitting-smoking-over-time

Wie gelingt der Ausstieg mit Nikotinentzug?

Der komplette Ausstieg und somit der erfolgreiche Rauchstopp kann durch eine gute Vorbereitung recht einfach sein. Hast Du genug Informationen und verstehst auch inzwischen, warum Du überhaupt angefangen hast zu rauchen, wirst Du vieles ganz von alleine erkennen.

Kennst Du dann die Hintergründe rund ums Rauchen, hilft Dir das auch ein Stück weiter, weil Du Dich somit nicht länger manipulieren lässt. Je mehr Du über die Tabakindustrie weißt, desto besser kannst Du Dich selbst schützen.

Wir haben schon oft erlebt, dass Raucher, die die manipulativen Zusammenhänge begriffen haben, schneller von der Kippe weggekommen sind. Zu heftig war die Erkenntnis, was für ein Spielball sie selbst für die Tabak-Maschinerie waren.

Was macht Nikotin mit Dir und Deinem Körper?

Das Nikotin alleine ist gar nicht Dein Feind, den es zu bekämpfen gibt. Um das zu verstehen gehen wir näher auf den Suchtstoff ein. Nikotin ist nachgewiesen ein tödliches Nervengift, wenn Du es ab einer bestimmten Menge zu Dir nimmst. Selbst Kinder sind bereits zu Tode gekommen, nachdem sie eine Zigarette gegessen haben!

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